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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
Entstehung
Seite
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Erste Sammlung. 71.

Kein nngcwagtes Wort soll gewagt, kein Ausdruckaus dem gemeinen Leben ausgenommen werden, dernicht schon in Büchern abgedroschen ist: kcin Ei en-sinn kann erlaubt werden, so bald er cin Eingriff ineine Regel scnn kann. Kunstrichter wünschen nichtsso sehr, als geläufigen Styl, Ausdrücke, diesür alle Sprachen geräumig, für alle Denkarten ge-dehnt genug sind, und das, was so recht nachihrem Sinne, wo keine Regel beleidigt, keineneue Freiheit gewagt ist, wo alles in langsamemSchritt, nie ein beladener Maulesel, trabet, das istklassisch. Aufcinmal sind mit diesem Worte alle idi-otistische Schriftsteller weg, denn der wird nichtgerne klassisch scyn wollen? Und um dies, ist ja keinanderer Weg, als zu schreiben, wie die Regclnschmi-de, die Pedanten der Rcinigkeit, und des Ucblichenin der Schreibart, die Eroßsiegclbcwahrcr der Keusch-heit einer Sprache an ihren geheimen Orten, wiediese cs wollen. Und diese wollen? was so ist,wie sie schreiben: und sie schreiben? wie alleMensche» vor und hinter ihnen schreiben. Nun le-bet wohl, ei genthü m l i ch e Schriftsteller, djeihr nicht so schreiben, die ihr eure Sprache weiterbringen wolltet: lebet wohl! Man pfeift euch einLi.dchcn nach: Es war einmal rc. u. s. w> manspottet curcr, statt euch zu hören. Wollt ihr nunnicht verspottet, sondern noch drüber gelobt seyn.wohl! so schreibt, wie anders ehrliche Leute, mitvielen Worten Nichts! So viel Christen sind aufdiesem Wege in den Himmel gekommen, und so vielSchriftsteller in den Canon klassischer Autoren aus-genommen, ohne daß sie an neue Ausbildung derSprache, an Nutzung ihrer verborgenen Schatze ge-