Erste Sammlung.
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Und nirgends reizt diese idiotistische Schreibartmebr, ja nirgends ist sie unentbehrlicher, als beiSchriftstellern der Laune, bei Dichternvon eigner Manier, und in dem Vortrage fürden gemeinen Mann, der auch in Schriften le-ben soll.
Nimmt man diesen das Idiotistische ihrer Sprache,als einer lebendigen, als einer angebohrnen, jals ei-ner Nationalsprache: so nimmt man ihnen Geist undKraft.
Es muß auch wirklich schwer senn , zu diesen Ge-heimnissen der Sprache zu gelangen , weil wir unserewahre idiotistische Schriftsteller in allen drei Gat-tungen leicht aufzählcn können. Deutsche Humo-risten haben wir wenige, und selbst Nabner istkein Deutscher National-S w i ft, was den Geistseiner Ebaraktcre, seiner Laune, seiner Schreibart be-trifft. Von unstrn komischen Schriftstellern im lau-nigtcn Ausdruck— vielleicht keiner als Leßing,wenigstens keiner so cigenthümlich als er. Und aneinen Deutschen Cervantes, Hudibras, Tri-stram, und wie die guten Leute mehr heißen, laßtsich bei unserm Antonio von R 0 saIva, bei un-seren R e n 0 m in i ste n, und noch weniger bei andernSchriftstellern kaum gedenken. Die Ursachen von die-sem Mangel sind eben nicht so schwer zu findenaber desto schwerer abzuthun. Daß die Deutschen sogewaltig viel Laune in ihrem Charakter haben,mag jemand*) glauben, und in die Welt hinein schrei-ben , der nichts weniger als eine Deutsche National-
*) Löwe, Anrede an die Hambnrgischen Schauspie-ler rc.