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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 1 (1821) Fragmente zur deutschen Literatur ; 1
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46 Fragmente zur deutschen Literatur.

sikusdie Harmonie wieder zerstören muß, die demDichter so unsägliche Mühe gekostet hat: wo derProsaische Wohlklang entweder von dem Musikalischenverschlungen wird, oder wohl gar durch die Collisi-on leidet, und Wohlklang zu seyn aufhöret." Inden Arien, wo ein Sylbenmaaß seyn muß, könnendie ilniss nHonuntss der Spanier den Reim ersetzen,und viele Freiheit dem Dichter verschaffen. Ramlerin seiner Musikalischen Idylle: der May, in derihm die zwei Schwestern der Harmonie zur Seite ge-standen, hat hier mehr gezeigt, als ich sagen kann.

Und für das Theater? Es kann sich dieser Versso Prosaisch als möglich machen; und dies ist in denersten Auftritten nöthig, wo das Sylbenmaaß oftunleidlich wird. Ec kann sich aber auch hernach 'zumhöchsten Tragischen Affekt erheben, und dem Brau-sen des Sturmes nachahmen, der im Virgil auf de»Wogen reitet. Er kann die Theätergemalde beleben,die Diderot will, und kann die heftigen kurzenDoppelgcsprache füllen, die die Alten auf ihren Büh-nen so sehr liebten, und die bei uns so sehr ausar-ten (auch vielleicht des Sylbenmaaßes wegen), daßbei Franzosen und ihren Nachahmern, den Deutschen,ein Wort, das den Vers unvermrithet schließen soll,aber oft durch einige gedehnte Verse deutlich genugzu crrathen gegeben wird, ein besonderes Kunst-stück ist. Das Ich, oder Du, oder Nein! u. st w.das alsdenn so hergeschraubt wird, gehört in ein Epi-gramm/ nicht in ein Trauerspiel.

Wenn nun in diesem Sylbenmaaß so viel Schatzvon Sprache, Leidenschaft, Einbildungskraft undMusik liegt; so muß es auch ein Muster der De-