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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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352
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352 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

Hier beginnet nun eine große Scheidung derVölker. Nationen, die ihrem alten Lehrsystem zu-ge.han blieben, hielte» auch an ihrer alten Dichter-weise, z. B. Italiener, Spanier und andere katho-lische Völker. Je früher sie zum guten Geschmackgelangt waren, je vielseitiger er sich bei ihnen ein-gewurzelt hatte, je größere Vorbilder sie besaßen:destö fester hingen sie an ihren Stanzen und Rei-men. Italien ließ sich seinen Dante und Pe-trarca; Spanien seinen Lope, Garcilassou. f. nicht nehmen; auch hat sich seitdem das Acus-sere ihrer Poesie völlig erhalten, obgleich deswegen,wie man oft glaubt, der Geist dieser Nationen seit-dem nicht stillstand. Die alten Formen dünkten ih-nen gut, und sie gossen darein, wenn der Geniussie antricb, neue Gedanken.

In der protestantischen Welt dagegen kam eineneue Poesie auf. Nicht etwa nur Gegenständeder Religion wurden durch das Medium der neuenAufklärung gesehen, sondern die gesammte Vorweltward durch eben dieses Medium bewachtet. In Spa-nien und Italien hätten Shakespeare, Milton,Buttler u. f. nicht schreiben können, wie sie schrie-ben; eine Frcimüthigkeit im Denken, die ein Vorboteder Philosophie war, hatte sich in den protestantischenLändern über Manches schon verbreitet; andern Ge-genständen nahte sie sich nach eben der Regel. Un-vermerkt also nahm die Poesie der neuen Glaubens-Verwandten eine philosophische Hülle um sich, biederSinnlichkeit vielleicht schadete, dem menschlichen Geistaber nothwendig war. Esn Italiener z. B. wird in

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