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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
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347
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der Poesie und bildenden Künste. 247

Wahr ists. Mit der Buchdruckerey heit sich imReiche der Gedanken Vieles geändert, und es kannwohl seyn, daß, wenn die Wissenschaften durch siesteigen, der Geschmack sich durch sie verwirren, Ge-nie und Sitten endlich vielleicht gar zu Grunde ge-hen müßten, wen» sich nicht ein hülfreichcr Geniusdes menschlichen Geschlechts annähme. Lassen Sieuns aber an diesem hülfreichen Genius nichtzweifeln.

Ehe Buchdruckerey da war, ging jede Europäi-sche Nation in einem engeren Bezirke von Ideenumher; ihr Charakter war vielleicht fester. DurchReisen und Lesen ist allem Bösen und Guten frem-der Nationen die Thür geöffnet, und wenn cs sichdurch den Namen G c sc h m a c k,neuer, frem-der Geschmack" Aufmerksamkeit erwerben kann,so hat es ohne weitere Uebcrlegung die Menge fürsich. Welchen Thorheiten haben wir nicht nachge-ahmt? welchen werden wir noch nachahmen! jNichtetwa nur im Spanischen, Englischen, Französischen,Griechischen, Ebräischen, selbst im Arabischen, Ta-tarischen , Sinesischen Geschmack haben wir Deutschegesungen und gedichtet. Die Sprache aller Wissen-schaften, Bilder und Ausdrücke der verschiedenstenVölker sind in unsre Poesie, in jeden Vortrag, derdas Volk angehen soll, geflossen, so daß von jenertonhaltenden, gleichmüthigcn Denk - und Schreibart,in welche Griechen und Römer das Wesen derSchreibart setzten, wenige einen Begriff zu habenscheinen. Aus allen Völkern wird für alle Völker,aus allen Sprachen für alle Sprachen geschrieben 4die subtilste Abstraktion und die niedrigste Populäre-