der Poesie und bildenden Künste. 291
Zeiten haben manche Dinge sehr scharf und rein er-örtert. Mit Erzählungen fing man an, und wußtein sie einzukleiden, was man nackend nicht sagendurfte; ja was die Erzählung nicht sagte, gesticulirtedas rohe Schauspiel. Den besten Erweis, daß durchdie Ausbildung der Provenzalsprache für ganz Euro-pa Freiheit der Gedanken bewirkt worden,zeigt die in ihr entstandene erste Reformation,die sich von den Pyrenäen und Alpen nachher inalle Lander verbreitete. In dieser Sprache näm-lich wurde die edle Unterweisung (In nokls1s)-coii) der erste Volks - und Sittenkatechismus ge-schrieben; in sie wurde zuerst die Bibel übersetzt;in ihr das apostolische Ehristcnthum erneuert. Mitgroßem Muth ging sie den Aergcrnisscn der Kleriseientgegen, und hat, wie den poetischen Lorbecrkranz,so auch unsäglicher Verfolgungen wegen die Märty-rcrkrone der Wahrheit für ganz Europa verdienet.Sind wir den Provenzalen und ihren Erwcckern, denArabern, nicht viel schuldig? *)
*) Mehrere Nachrichten hierüber glebt die Geschichteder sogenannten Waldenser, Albigenser, KonsKoniins, u. f. deren verschiednc Namen sowohlals erlittene grausame Verfolgungen bekannt sind.In Legers Geschichte der Waldenser sind ihrein der Provenzalsprache geschriebene Schriften an-geführt; ausführlichere Nachricht gicbt die liier.A^nerals äa I.niiAnecloc, N. III. Des Wik-l i f, mithin auch Hup und Luthers Reforma-tion hangen mit dieser ersten Jnsurrection gegenT 2