148 H. Ideen zur Geschichte und Kritik
Wer sang dich, o Nyctanthes, die Zierde des Gan-ges- Gestade,
Wer, Gar denia, dich, die Königin der Gewächse,Und ambrosischer duftend als beide, den Oelbaum
aus China?
Wer der Barmelia Gold? und die Früchte der
Mangusrana?
Staunend verweilt die Muse beim Stamm der keuschen
M im o s a,
Reizbar wie die Thiere, des Pflanzenreiches die feinste.Und wer sang von euch, ihr amboinischen Haine,
Welche der Golddurst mehr, als des Weltmeers stür-mende Brandung
Rings umher verschleußt dem harmlosen Freunde der
Flora.
Mitten im brennenden Sand' erhebt sich euer Gewölbe,Neben der höchsten Glut der Sonne die nächtlichste
Kühlung.
Nicht der M uska tbau m nur, und die aromatische
Nelke,
Auch des Brodbaums Stamm und die Riesenhöhe
des Co kos,
Trotzen der Wuth der Orkane —
Feirliches Dunkel umhüllt die romantischen Zauberhaine;Keine Blumen entsprossen dem Schooße der nächtlichen
Dämm'rung;
Aber seidenes Moos und buntgemarmelte SchwämmeDecken den Armadill und die vielgeringelte Schlange.Statt der Nachtigall Lied' erschallet der PapageyenUnd der Affen Geschrei aus ferner Gipfel Umwölbung.
Lauter keimte der Gesang nicht werden. Ich befandmich auf Amboina mitten im Paradiese der Flora,