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II. Jdccn zur Geschichte und Kritik
Ueber die Humanität Homers inseiner Iliade.
Wir kommen allmählich wieder in die Zeiten zu-rück, da man von Homers-Roheit nicht genug redenkonnte. In Frankreich warf man ihm vormals nurMangel an Geschmack vor; in Deutschland scheintes ein Lieblinqsqesichtspunkt zu werden, in den Sit-ten seiner Helden, mitkin wohl gar in Homer selbstMangel an Bildung, an moralischem Ge-schmacks zu finden, und dies unsterbliche Gedichtendlich nur als die „h ilt or isc he 'Tr a d i ti o nw i l d e r Z e i t en " zu behandeln , die, wie mansich ausdrückt, Homers glühende Einbildungskraftaufnahm und fcstsicllte. So viel Wahres dieser Ge-sichtspunkt in manchem Betrachte zeigen mag, sozeigt er gewiß nicht alles Wahre, und sein Wenigesgewiß nicht auf die nützlichste Weise. Dazu gehörtkeine Kunst, hie und da Uebcreinstimmung der Zei-ten , die er besang, mit Völkern, die auf einer, wieuns dünkt, niedrigem Stufe der Cultur leben, zufinden, diese gefundene Ähnlichkeit zu übertreiben,und dabei das Auge vor allem sittlichen Gefühl, in-sonderheit aber vor der Kunst und Weisheit jzuzu-schließcn, die Homer unstreitig auf die Eompositionseines Gedichts gewandt hat.
Bei jeder Kunstcomposition fragt man: wozuhat sie der Künstler componiret? was war dabei sei-ne Zdee? und wie setzte er die Theile seines Werkszusammen? Sind Homers Rhapsodien die rohe