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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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76 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

Th. Rechnen Sie denn Güte und Dankbarkeitunter die Handlungen der Freundschaft und desWohlwollens?

P h. Ohne Zweifel; sie sind ja die vornehm-sten.

Th. Gesetzt also, der Verpflichtete entdeckteFeblcr an seinem Wohlthäter, würde dies jenen vonseiner Dankbarkeit lossprcchcn?

PH. 'Nicht im geringsten.

Th. Oder macht es die Ausübung der Dank-barkeit weniger angenehm?

PH. Mich dünkt vielmehr das Gegcnthcil.D nn wenn mirs an allen andern Mitteln der Ver-geltung fehlte, so würde ich mich freuen, wenigstensdadurch meine Dankbarkeit gegen meinen Wohl-thattr sicher zeigen zu können, daß ich seine Fehlerals ein Freund ertrüge.

Th. Und was dje Güte betrifft, sagen Siemir, mein Freund, sollen wir denn blos denen Gu-tes thun, die es verdienen? Etwa blos einem gu-ten Nachbar oder Verwandten, einem guten Va-ter, Kinde oder Bruder? Oder lehrt Natur, Ver-nunft und Menschlichkeit uns nicht vielmehr, einemVater, blos weil er Vater, einem Kinde, blos weiles Kind ist, Gutes zu thun? Und so in jedemVerhältnis des menschlichen Lebens.

PH- Ich glaube, das letzte ist das richtigste.

Th. O Philoklxs! Bedenken Sie also, was Siesagten, da Sie die Liebe gegen das menschliche Ge-