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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
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bei de- verschiedenen Völkern rc.

man sie entweder gar nicht oder verstimmt und un-würdig brauchet. Geschmack sollte das Bild undKleid der Tugend seyn; wo sie gar nicht ist, da istauch ihr Bild und Kleid nicht mehr kenntlich.

Sofern ists also gewiß, daß Geschmackdie guten Sitten mit erhält, aber nichtals gute Sitten, sondern als einen schönen An-stand, als Wohlordnung. Und gute Sittenin gewissem Grade befördern den Geschmack, sofernsie ihm Materie, Beispiel, Triebfedernzu wirken reichen. Fällt die schölte Hülle sogarweg : so ist Alles verloren. Der Geschmack war dasOrgan einer gemeinschaftlichen Convenienz über Be-griffe der Wohlordnung, und also doch wenigstens«ine scheinbare Larve.

Mi,t allen diesen Begriffen kommt man alsonicht weit: und es muß nicht durch Spekulationnach solcher oder einer andern Hypothese, sondernaus der Geschichte untersucht werden, wie sichGeschmack, ein Phänomenen von Kräften desGenies, des Verstandes und sittlicher Triebe, je aufdie Zrrbahn lenken konnte? In jedem Zeitaltermuß dies so eigen untersucht werden, als ob cSgar keinen andern Geschmack, als die.sen, gegeben habe. Und wie kann man sichererund tiefer gehen, als wenn man in jedem Zeit-punkte simpel fragt: Woher entstand dergute Geschmack hier? Warum dauerterr so lang«? Alsdann wird man gleich sehen,

-Herders W.z.schöii.Lit.u.Kunst. VH. B -«LA.« Lr--/».