Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
Entstehung
Seite
318
Einzelbild herunterladen
 

3.8

Christliche Reden

lind für lind in einander fühlen. In solchen Hau-sern wohnt Gort und die Liebe uNd Vertraulichkeitdes Paradieses. Wo aber im Gegentheil auch un-ter Geschwistern Neid, Eifersucht, Zank, Habsucht,Plane berrschen , die einander wechselsweise zerstö-ren: da sind die eisernen letzten Zeiten, dis Jesus

verkündigt hat: Brüder wüthen gegen Brüder: dieMutter gegen die Tochter, die Tochter gegen dieMutter da herrscht der Satan.

Jesus hatte Marthäm lieb und ihreSchwester uNd Läzarum. Ewiger Ruhmund Belohnung für diese stille häusliche Familie!Ich sehe, wie Jesus, wenn ihn das geräuschvolle,mörderische Jerusalem aus seinen Mauern drangt,mit seinen Jüngern das stille Bethanien sucht, undim Hause der Freundschaft, der Unschuld und Liebe,Trost über daS, was er hatte sehen und leidenmüssen, über die Übeln Seiten der Menschheit fin-det. So sind gute Personen, eine gute Familie,gleichsam der Ruheplatz Zwischen Geräusch, eineschöne grüne Insel zwischen Wellen, wohin derWanderer entrinnt, und sich erholet. Da standJesu nähe an Bethanien der Oelberg, die Stättedes Gebets und der Vertraulichkeit mit seinem Va-ter. Hier läg der Flecken stiller, Unschuldiger Men-schen ! dort sein Haus det Freundschaft: da lebtendie drei Lieben, die er kannte, die ihn so gctnesahen schönes Wort, Nachruhm für die DenkartUnd die Empfindungen Beider! Auch Jesus, M.Z., schämte sich nicht der Empfindungen und derHerablassung der Freundschaft. Unter seinen Jün-gern > die alle ihm lieb waren, hatte er Einen