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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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292
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Christliche Reben

bauet, hier Heller, dort dunkler, und bei jedemauf eigene Art sicher wirkt, daß niemand mit demMagnet und Ruder des andern sicher fahren kann,aber desto mehr mit seinem eigenen o ihr Na-turengel Gottes, Schutz - Hülf- Rettungsengel uns-res Lebens , wie mancherlei feyd ihr! und wie sel-tenen Menschen wird der Blick aufgelhan, euch zusehen! Wer erinnert sich an alle diese kleinen Um-stande? wer wendet auf sic genug Blick und Sorg-samkeit? Welcher Vater, welche Mutter, macht dieIhrigen darauf, als auf rückgcbliebene Strahlen imGange Gottes, aufmerksam und im Geist und tief-sten Herzen dankbar? Wer überhaupt weiß, wieunsre sichtbaren, oft gemeinsten Handlungen mitden Kräften der unsichtbaren Geisterwclt Zusammen-hängen , wovon sie gewirkt und was sie daselbstbedeuten? Wir sind in unsrer sichtbaren Gestaltnur das Zifferblatt unsichtbarer Näder und Trieb-federn , und wie sehr sind diese und das bloße Zif-ferblatt, was wir meistens allein begaffen, unter-schieden! Unser Leben, wie's äußerlich erscheint, istnur ein Zeigefinger deS innerlichen, verborgnen Men-schen, des Engels in uns, aus und in einem un-sichtbaren Eeisterrciche Gottes!

Und wie sehr diese Spuren rettender, erhal-tender, mütterlicher Vorsehung am meisten bei Un-mündigen, Säuglingen, Kindern merkwürdig wer-den, wer, der das nicht aus seinem und andrerLeben so vielfach bemerkt hätte! Welchen Gefahrenist nicht ein Kind unterworfen! welchen Gefahrenentgehct's nicht! und welches ist die Unsichtbare,der Kindesengel, der immer der Herrlichkeit Gottes