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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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231
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und Homilien. 23 t

die tiefste Magd niederzusinken, und sich als dieunwürdigste ihres Geschlechts, selbst in ihrer höch-sten Freude, mit welcher sanften Einfalt, Dcmuthund Aufopferung dem Allgewaltigen und Allbarm-herzigcn zu unterwerfen o Maria! wie großwarst du! und welche deines Geschlechts, die mitder Wahrheit im Herzen, wie du, die Wortenicht singen, nicht sagen, sondern zum Spiegel ih-rer Seele , zum sanften , ewigen , schweigenden Be-kenntnis ihres Lebens machen könnte,also zufühlen, also zu fern!" Wie viele, die nichtwerth sind, Ein Wort davon auf der Zunge zuhaben!

Narren Habens unter andern auch aus devweltlichen der biblischen Geschichte vorgeworfcn, daßsie keine Hörbilder großer Weiber gebe, wie jene! Wenn große Weiber Ricsenwejbcr seyn sollen,die auf Stelzen erhabner Gesinnungen einhergehen,sich den Dolch in die Brust stoßen oder glühendeKohlen verschlucken können: so mags wohl sepn.Zu solchen Tugenden giebts äußerst wenige Gele-genheiten und Umstande; und wo sie sind, da sindsie vielleicht in der gryßmüthigen Betäubung leich-ter, als man sie sich denkt. Ohne Zweifel istdi? wahre Tugend des weiblichen Geschlechts nichtaufbrausende Härte, sondern sanfte Stille, edle,fortgehende, verschwiegene Thatigkejt, und dannaller Tugenden ohne Zweifel die schwerste, still?Aufopferung und anhaltende, thgtige Geduld imLeiden!^ Das ist Natur, Bedürfnis und Ge-schlechtskrone ! das war vom Anfänge der Schöpfungan Bestimmung, das ist noch höchster und einiger