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Christliche Reden
Gott Geliebte, von allen Auscrkohrne zur Mutterdes reinsten der Menschen!" — welche Seele setztdas voraus! wie hebt sie die stille, ehrfurchtsvolleAnrede sogleich über alle ihres Geschlechts hinüber! —
Maria erschrickt: „welch ein Gruß!" wie wirdwieder die durch etwas so Unerwartetes so betroffeneBescheidenheit, Demuth und in sich gekehrte Engel-reine der Seele kennbar!
Er tritt mit seiner Botschaft hervor, die ihrMuth einspricht: „fürchte dich nicht! Es ist GnadeGottes, die ich dir verkündige!" und nun sprichter unter den Bildern und in dem Tone, den sieam besten fassen konnte, von der Größe ihres kün fttigen Sohnes! Er soll ein K ö n i g seyn undsein Königreich ewig: ein Sohn des Höchsten,der Erbe des Thrones seines Vaters Davids. —Der Engel Gottes, der vor Gott steht, und gegenZacharias mit so furchtbarer Würde sprach, wieredet er von der Geburt des höchsten Königs mitEhrfurcht und Demuth! Seine Worte übersteigensich gleichsam von Satz zu Satz immer, und er-strecken sich weiter; wie die Höhe und die Dauerdes Reiches, das er verkündigt.
Die unschuldige Maria findet sich noch ver-worrener: sie thut die unschuldigste Frage, die einereine, von jedem bösen Vorwurf entfernte Seelethun kann, und das Gehcimniß der Herab-lassung Gottes wird ihr erklärt, wie's ihr nachBegriffen der göttlichen Würde und ihres Gedan-kenkreises erklärt werden konnte. Anhauch des