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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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157
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und Homilien.' i5/

men: die Farben des mannigfaltigen Anscheins deSmenschlichen Herzens in uns und andern brechensich so, fallen so ineinander: wir kommen in

so vielen und den zartesten Dingen des Selbstbe-wußtseyns nur durch Zweifeln zur Gewißheit,nur durch Fallen und Straucheln zum rich-tigcn Gange: Umstande und Eindrücke reißen mitihrer Gegenwart sohin, daß wir im Anfangsselten auf der Mittelstraße bleiben, nachherwenn wir uns abschweifcnd finden und es einholcnwollen, wieder so sehr auf die andre Seiteder Meynung, des Grundsatzes abschweifenvon gar zu großer Weiche zur Harte, vom zuFrommen zum Gottvergefsenden, von zu starkenEindrücken der Sinnlichkeit in der Kindheit, zumzu enthaltsamen Unsinnlichen, von übertrieb-ner Meynung auf dieser zu der auf jenerSeite tausend andre Dinge mehr! dass,Wenns nur auf gute Meynungen, guten Wahn,gute Gesinnungen in unserm Leben ankame,wir über unser Leben, statt stolz zu seyn, zweifel-zHaft und bebend seyn müßten! Was ist guterWahn, gute Meynung gewesen? wie oft unhverschieden haben wir gewähnt und gem eynt?Wie sehr haben diese Meynungen sich mit unfernSaften, mit unferm Blut, mit den Schritten uns-rer Erfahrung geändert? Wie oft und leicht-sinnig haben wir sie mit Neigung, mit Leiden-schaft, mit Welt, mit Umständen, mit Situatio-nen verändert? was ist nun daurend?was bleibt? wie elend wäre die Glorie, die ausso schwindenden Strahlen, wie hinfällig der Kranz,