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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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151
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und Ho milien.

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und wahre Uebcrzeugung hierin ist eben so wenigHochmuth oder Selbstsucht, als es Hochmuth ist,wenn sich ein Kranker oder Genesendergesund fühlet, wenn sich ein Mensch besinnt,daß er da, und ein Mensch ist.

Aber freilich ists nun eine ganz andere Sache,andre Menschen gegen sich zu verachten,h er a b z u s c tz c n, auch nur im Kleinsten inschwarzen Schatten zu drangen. Dichse lb st sch atz en , ehren, aufmuntern, kannst du;wer bist du aber, daß du der Richter und Schä-tzungsmeister andrer werdest? Dich selbst f ü tz-len, kannst du, wie du seyst? oder nicht seyst?fühlst du dich aber in der Person anderer?

Wir haben zu andrer Zeit gesehen, M. Z.,wie schwer, wie fast unmöglich es sey, daß einMensch der innige, gerechte, allerfor-sch e n d e, genugthuendc Richter vom klein-sten Talent, vom kleinsten Zuge in derDenkart andrer werden könne? Er fühltimmer nur sich selbst, er urtheilet immer nuraus seiner Lage, von Seele, von Erzie-hung, von Denkart, von Gaben, vonStand, von Zweck, von Bestimmung, vonLebensart; er sicht also durch ein äußerst fal-sches, ungleich gebrochnes, tausendfach zusammen-gesetztes Glas wie kann er recht sehen?billiger Richter, allgenugsamer Beurtheiler einerDenkart, eines Lebens, einer Reihe Hand-lungen werden, die e r g a r n icht k e n n e t, die