Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

)-^cber alle menschliche Handlungen ist wohl nichtsunläugbaret, als daß überall mehr, wenn ich sosagen darf, ihre Seele, als ihr Körper inBetracht kommen; weniger die Aussenthat, alsdie Empfindung ihres Ursprungs, aus welchem,und die Ab sicht, zu welcher sie geschähe.

Was ists, das dort den Stolzen aufbringt, demetwa ein niedriger Stuhl gesetzt, dem eine UnrechteSeite angewiesen wird? Stuhl, Seite an sich,sinds Nicht: er säße hier eben so weich, eben sosicher, als einige Spannen weiter; aber der Be-griff, den er mit dieser Seite verbunden glaubt,die Absicht, die ihm diesen Stuhl gesetzt hak, dasGefühl von Verachtung und Zurücksetzung, düs erdabei als Seele der Handlung empfindet; das ists,was ihm seinen Stuhl zur Folter macht, und überdie einigen Spannen andern Raums vielleicht alleschreckliche Eigenschaften in seiner Seele anglüht.Der elende, wilde, trockene Lorbecrrweig, der tobteGoldklumpe an sich, die sinds nicht, (oder die Lei-denschaft müßte allen gesunden Verstand verlorenhaben!) di» sindö nicht, um die ein Stolzer und

G 2