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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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und Ho milicn. 87

dos werde dein Augenmerk. Natürlich wird sichalsdenn deine erste Hitze mäßigen : ober in der Kühlewird der Sciamc tiefere Wurzel -fassen: du wirst

vielleicht nicht so viel mir Einem Blick sehen undauf einmal scyn wollen; aber auch der Schaam undDemüthigung erspart seyn, so oft nichts gewesenzu scyn; und mit Einem Blick hundert Leichnameund Schatten von Freunden sehen zu müssen. Duwirst nie einen Baum ohne seine verborgene unan-sehnliche Wurzel verstellen wollen, und also auchkein dürrer Baum scyn dürfen. Du hast auf dieMühe zuvor gedacht" dich aus die Anfechtung zumvoraus gewapnet! nun fängst du eben erst zu han-deln an, da du sonst eben hier schon aufhörtest!Jetzt also frisch und neu stärkt dich die Mühe!das Gute hat Wurzel, Saft und Kraft, und nunist ihm die Sonnenhitze nicht erstickend, sondernnährend. Du hast das Roß deiner Neigungen undEinbildungskraft, das sich nur vor seinen eigenenSchatten fürchtete, umhergelenkt, und nun fürchtetcs nichts auf der Welt. Sic haben Wurzel,und zur Zeit der Anfechtung werden siestark! -

O es sprachs einmal der Heiland in einer Stun-de , da er eben selbst Ohnmacht und Niedcrsinken,und Verlassen menschlicher Kräfte zu fühlen be-gann, in der tiefsten Stunde seines Brudergcfühlsmit uns sprach erwachet und betet! wenn derGeist willig und euer Fleisch schwach ist wachetund betet!" O hätte Jedermann von uns Wach»samkeit und Kühle, Gegenwart und Stärke desGeistes, wann und wo ers eben bedarf. Als Men-