Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

6

Christliche Reden

mit andern, die eine solche Bestimmung anacht, dieGedanken seiner Seele als Vorgedankcn zu thcilen,ehe man zur Ausführung schreilct. Wie? M.Z., und sollte es nur hier, bei einer Angelegenheit,die Herz, Gewissen, Zustand der Seele, Ruhe undGlückseligkeit detrifft, bei einem Amte , das nachunsrer bürgerlichen Verfassung noch das Einzige ist,was auf die innere Gestalt des Menschen, auf diePflanzung christlicher, bürgerlicher, und National-Tugenden einen Einfluß baden kann oder es hatnichts auf der Welt mehr Einfluß; bei einemAmte, das ja nicht einige Habseligkeiten oder Eere-nionien , sondern die ganze Bildung und Umbildungder menschlichen Seele, und die ganze Verfassungderselben , um glücklich oder unglücklich seyn zu müs-sen, angeht; bei einem Amte, das ja Botschaftder Gottheit an die Menschen, Abbildung des Wan-dels und der Lehre Jesu, Unterstützung aller mensch-lichen und bürgerlichen Gesetze, Aufklärung der Ver-nunft und Amt der Bildung und des Gewissensseyn soll das Heiligste so vieler Menschen!sollte cs nur da Zeitverlust seyn, von beiden Sei-ten über den Gesichtspunkt einig zu werden, unddas Geschäfte ausmachen zu wollet;, das, und mitwelchen Vortheilen es am würdigsten auszurichtenist? O jeder, dem die Sache der Menschheitnur einigermaßen noch an, Herzen liegt, muß hiereinräumen oder schonen!

Hier tritt ein Lehrer zum erstenmal an einemheiligen Orte auf; das Licht, nicht bloß des Feier-lichen, sondern auch der Neuheit, das gewissen Wahr-heiten und Pflichten so »öthig ist, umleuchtet ihn