II. Vernunft
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L e i b n i tz,
vom philosophischen Vortrage *).
„Philosophische Gewißheit, wenn auch der streng-ste Dcstnitor sie bestimmte, kann nichts anders, alsHelle Wahrheit seyn. Keines Satzes bin ichgewiß, als durch seine mir hellcinleuchtende Wahrheit."
„Metaphysische Kunstwörter muß man wieSchlangen und Ottern flichn. Hast du ein Worterklärt, so bleibe der Erklärung treu; und hättestdu es auch nicht erklärt, so brauche es dennoch Ein-mal wie das andre. Lieber Populär - als Kunst-worte ! Jene braucht jedermann in solchem Ver-stände; diese gehören Einem > Mann , Einer Sekte.Sie sind wie das Rothwelsch, von welchemGcßner in seinem Mithridat ein kleines Wör-terbuch gesammlet. Aber auch bei diesem V 0 ca-bulificium sollte man darauf sehen, daß manWorte nicht nach Lust und Willkühr, sondern mitVerstand und Vernunft bilde. Je schicklicher dieUrsache ihrer Bildung ist, desto löblicher sind sie."
„Immer kann man Kunstwörter nicht vermei-den; man würde sonst durch Umschreibungen sehrweitläuftig werden müssen; aber das ist gewiß, daßsich Alles, wenn gleich mit mehreren Worten, popu-lär sagen läßt. Daber Nizolius nicht unrechtbehauptet, „das sey für erdichtet, für unnütz, für
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