II. Vernunft und Sprache. -409
aber wichtigen Begriff der Metaphysik, nämlich dem(Begriff) der U r s a c h e und Wirkung, (mit-hin auch dessen Folgebegriffe, der Kraft und Hand-lung) aus, und forderte die Vernunft, die da vor-giebt, ihn in ihrem Schooffe erzeugt zu haben, auf,ihm Rede und Antwort zu geben, mit welchem Rechtesie sich denkt: daß etwas so beschaffen seyn könne,daß, wenn es gesetzt ist, dadurch nothwendig auchetwas anders gesetzt werden müsse: denn das sagt
der Begriff der Ursache. Er bewies u n w i-d er spr ech l ic h, daß es der Vernunft gänzlich un-möglich sey, u priori und aus Begriffen eine solcheVerbindung zu denken, denn diese enthalt Noth-wendigkeit; cs ist aber gar nicht abzufehen, wie dar-um, weil Etwas ist, etwas anderes nothwendigerWeife auch seyn müsse, und wie sich also der Be-griff von einer solchen Verknüpfung u priori c in-führen lasse. Hieraus schloß er, daß die Vernunftsich mit diesem Begriffe ganz und gar betrüge, daßsie ihn fälschlich vor ihr eigen Kind halte, da erdoch nichts anders als ein Bastard der Einbildungs-kraft sey, die durch Erfahrung b e s c h w a n g e rt,gewisse Vorstellungen unter das Gesetz der Associationgebracht hat, und eine daraus entspringende subjec-tive Nothwendigkeit, d. i. Gewohnheit vor eine ob-jektive aus Einsicht, unterschiebt. Hieraus schloßer: die Vernunft habe gar kein Vermögen, solcheVerknüpfungen, auch selbst nur im Allgemeinen, zudenken, weil ihre Begriffe alsdenn bloße Erdichtun-gen seyn würden, und alle ihre vorgeblich a prioribestehende Erkenntnisse wären nichts anders als falsch-gestempelte gemeine Erfahrungen, welches eben so