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II. Vernunft
„Ein Schlachtfeld, auf welchem Luftsichter sichmit ikrem eignen Schatten hcrumbalgen, wo dieSchatten, die sie zerhauen^ wie die Helden in Wal-halla in einem Augenblick wieder zusammenwachsen,um sich aufs neue in unblutigen Kämpfen belustigenzu können * *), ist eine Aussicht, womit man wenig-stens die akademische Unterweisung verschonen sollte.Kein Krieg wird geführt als in Absicht de» Friedens;je früher die Partheien Übereinkommen, desto mehrerweisen sie ihrer Vernunft Ehre. Das Amt desRichters, da er Partheien verständiget und zubeider Wohlgefallen ihren Streit schlichtet, heißtnobils juäicis officium, das edle Amt des/Richters.
Wo Disciplin die Vernunft in Ansehungihres polemischen Gebrauchs im Zaum halten muß,ist sie eine Sklavin; keine reine freie Vernunft mehr.Worte entzweien; halbvcrstandne Begriffe, schiefoder zu rasch genommene Schlüsse verwirren; An-maßungen, Stolz, Prätensionen erbittern. Verstandund Vernunft also, sofern sie diese Fehler enthüllen,Worte bestimmen, Mangel ergänzen, sie endenden Streit und schlichten *).
*) S. 784.
*) Die beiden folgenden Abschnitte „Disciplin derVernunft in Ansehung der Hypothese» und Be-weise" sagen nichts, was nicht anderswo schonbestimmter und besser gesagt wäre. Eigentlichists auch nicht die Vernunft, die Hypothesen er-dichtet; eine mit Verstandes- und sinnlichenKenntnissen versehene Einbildungskraft entwirftsie und die Vernunft soll sie richten.