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II. Vernunft
d. i. zur Uebcreinstimmung unsrer Begriffe mit demObject führen, die ersten einen bloßen aber un-widerstehlichen Sehe in bewirken, dessenTäuschung man kaum durch die schärfste Kritik ab-halten kann *), Unser Gang belehrte uns, daßnicht nur Schlüsse, sondern auch Anschauungen undBegriffe, außer aller Erfahrung synthetisch a xriorlgeformt, entweder der Erfahrung entwandt oder bloßeDichtungen und Wortnebel senn, die dem Verständeseine anerkennende Natur verdunkeln oderrauben. Unser Gang lehrte uns, daß, wenn mander Vernunft einen natürlichen Hang zu Ucberschrei-lung ihrer Grenzen beimißt, man ihr Amt verkenne,das Regelmaas der Gewißheit in uns zerbreche, undihr Phantasie oder eine dialektische Schrauben-Ver-nunft unterschiebe. Wir sahen, daß, wie keine ein-gepflanzte Kakegorieen den Verstand zur Wahrheitführen, der Vetrugesschein phantasircnder Vernünf-teln eben durch jene Dialektik entstehe, die ihreKritik seyn will.
„Alles, was in der Natur unsrer Kräfte ge-gründet ist, muß zweckmäßig und mit dem richtigenGebrauch derselben einstimmig seyn, wenn wir nureinen gewissen Mißverstand verhüten, und dieeigentliche Richtung derselben ausfindig machenkönnen." **) Nicht ein gewisser, sondern jederMißverstand unsrer Kräfte muß verhütet; auch darfihre Richtung nicht erst ausfindig gemacht oderihr eine angedichtet werden; sie muß sich wie jedeNaturkcaft offenbaren.
„Als»
*) S, 670. **) S. 670,