II. Vernunft
Zi4
in sich selbst hat und weiß, daß sie ihn habe; wohl-an, so ist auch eine höchste Vernunft, dieden Grund des Zusammenhanges aller Dinge in sichhat und weiß, daß sie ihn chabe. Nicht um dasWeltall zu completiren, sondern mit Vernunft zubegreifen; nicht als Tangent oder Setter suche ichden Begriff eines höchsten Wesens; er ist mirin mir selbst und in Allem gegeben; der tiefsteRuheort, Mittelpunkt der Kugel, ohne welchen we-der sic, noch mein Begriff von ihr fern kann. Ent-weder sind wir alle Götter, jeder Atom und Sper-ling ist ein selbstständiges Wesen, das durchsich ward, durch sich ist und durch sich nicht mehrist, (sodann ist die Vernunft gestorben,) oder e Sist was da ist in seinem daurenden Zusam-menhänge , im Seyn, Daseyn, Fortda-seyn, in Eigenschaften, durch Kräfte,in Fortwirkung nach einem Endlosen, allent-halben aber in sich beschlossenen Maas, in einerhöchsten Vernunft gegründet. Diese erkennet meineVernunft an: weil sie selbst Vernunft ist. Für sicherkennet sie an: über sich selbst und über das ihrGegebne kann und will sie nicht hinaussteigen.
So die Vernunft , und der Einbildungskraftwollen wir gebieten, daß sie diesem bleibenden Grundeder Dinge weder Kopf noch Füße gebe; personisicirtnach Menschenweise darf und kann die reinste Ideenicht werden. Verlange ich nicht, daß, wenn ichKraft und Ordnung in der Welt sehe und sie nachmeiner Weise symbolisire, mein Nachbar sie mitmir gleich nennen und, symbolisiren müsse; wie wollteich ein Wesen, dessen Daseyn ich kaum auszusprechen