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H. Vernunft
Kruft in ihrer Natur, so wirkt sie frei, und wennsie durch andre eben so frciwirkende Kräfte einge-schränkt, d. i. in Wirkungen begrenzt wird, so ent-springen daraus höhere Gleichungen, die man Gesetzeder Natur nennt. Diese Gesetze heben jene frei-wirkenden Kräfte so wenig auf, daß sie vielmehrsolche voraussetzen und ohne sie nicht seyn würden.Dein Ausruf: „es ist keine Freiheit!" hebt also dieGesetze der Natur selbst auf; und wie willst du einenläugnenden Wahn, eine Negative begründen ?
„So ist auf meiner Seite die Wahrheit, sprichtder Verstand: Die Eausalität nach Gesetzen der Naturist nicht die Einzige, aus welcher die Erscheinungender Welt insgesammt abgeleitet werden können. Esist noch eine Eausalität durch Freiheit zu Erklärungderselben anzunehmen nothwendig." —
Verstehe dich selbst, antwortet die Vernunft; duredest schlaftrunken. Freiwirkende Kräfte der Naturunter einer Regel gedacht, geben Gesetze; aussolchen werden nicht „Erscheinungen abgeleitet," son-dern Wirkungen erkläret. „Außer den Gesetzender Natur »och eine Eausalität und zwar zu Er-klärung derselben, (der Gesetze der Natur) annehmenzu müssen, "weil es nothwendig ist," ist einPostulat, wobei man nichts denket. Freiheit, selbstdie wildeste Freiheit ist Kraft der Natur; wenn sieGesetzen widerstrebt, rächen sich diese, und die höch-ste Kraft, die wir in unsrer Natur kennen, dieSelbstbestimmung, ist nur dann frei, wennsie den höchsten Gesetzen der Natur, Kraft ihrerselbst, als Selbstbestimmung, gehorchet. Freigehorchet sie und gebietet dadurch der Schöpfung.Die Gesetze der Natur, sofern solche sie betreffen,