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2»6 1. ?Verstand
den; da Ursache und Wirkung Begriffe sind, nichttastbare oder sichtliche Gegenstände; da der Verstandaber nur dadurch Verstand ist, daß er nicht etwanur auf Achnlichkeiten, sondern auf die innere ge-netische Art der Dinge merket; so trifft er ebenhiemit auf seine eigendste Energie, den lebendigenPunkt seiner Wirkung. Denn was heißt verste-hen? als wissen wie etwas wird, woraus csfolgt, wohin es leitet. Nur dann verstehe ichim Gange der Natur etwas, wenn ich ihr die Ge-setze ihrer Energie, die immer knüpft und auf-löset, in der mir gehörigen Modulation ablerne.
Je verständiger also ein Mensch ist, desto mehrhat er anerkennenden Sinn des Zusam-menhanges zwischen Ursache und W i r-kung; er siehet jene in dieser, diese in jener. Ei-genschaften bemerken, Aehnliches und Unähnlichesordnen, ist bloß eine Vorübung zu dem Haupt-werk, genetische Art der Dinge, d. i. ihreAbkunft anzuerkenncn im Werden und Gc-wordenseyn, im Schaffen und Wirken.Nie empfinden wir eine größere Hochachtung für denmenschlichen Verstand, als wenn wir, sohne daß ermetaphysisch weiß, was Wirkung und Kraft ist),diese seine Macht, das Band zwischen Ursache undWirkung mit anschauendem Blick, mit gewaltigerHand ergreifen zu können, in ausgezeichneten Pro-ben bemerken. Wie Götter stehen sie da, diese for-schenden Ausleger der Natur, ihre Gehülfen undMitwirker. „Dies war, dies ist, dies wird seyn"spricht ihr Blick; die Kette der Natur ist in ihrenHänden. Mochten sie sich in tausend Fallen, unbe-