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I. Verstand
stand siehet durchs Auge, erhöret durchsOhr; denn ohne diese Sinne könnte er weder sehen,hören, noch verstehen, folglich auch nicht Verstandscpn. Die Sinne praformiren, d. i. sie bilden ihmdas Mannigfaltige zu Einem, das er sich nicht erschafft,sondern anerkennend sich aneignet, und eben hiedurchVerstand ist.
4. Drei Sinne sinds vorzüglich, die ihm diesMehrere zu Einem nicht etwa nur als einenvermischten Stoff zuführcn, sondern vermöge i h-rerForm zu bilden; vom allwirkenden Ver-stände sind sic für den Verstand organisiret. DasAuge führt ihm ein Nebeneinander zu; a^erwie ? geordnet. Dazu sind seine Häute und Flüs-sigkeiten, sein Krpstall und Boden eingerichtet; dazusind die Gesetze des Lüchtes. In einem gesundenAuge ist nur Ein Punkt aufS helleste erleuchtet,zu dessen beiden Seiten sich die Gegenstände in derregelmäßigsten Abstufung des Lichts und Schattensgestalten. Für entferntere und nähere Gegen?stände, für helleres und schwächeres Licht hat dasAuge eine Beweglichkeit, sich selbst zu formen, diewir anstaunen, aber noch nicht einsehn *). Sotbeilet sich das Licht nach den verschiedenen Gradenseiner Brechbarkeit in unveränderlicher Ordnung; diefestesten und feinsten Gesetze einer Zusammenord-nung der Dinge, nach Angrenzung, Licht,Farben und Gestalten, kurz eine Logik des Se-hens ist dem Verstände durch die Form seines
) S. Kästners angewandte Mathem, 60 —