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Briefe,
schlecht oder gor hämisch, lästernd und lieblos denke,weil ich die Sache so anders ansche, als er sieangesehen hat. Vielleicht ist das mehr unsere Schuld,als die seine. Warum schrauben wir jeden Zugim Leben Jesu so hoch? warum machen wir allesmenschliche in ihm so un- oder übermensch-lich? Da soll er nichts, wie andere Menschen, ge-than, gedacht, gefühlt haben; Er, der doch nachdem so öfter» Zeugniß der Apostel und nach demoffenbarsten Anblick seines Lebens ein Mensch,wie wir, an Gesinnungen und Geberdend. i. an Lebensplan und Lebensweise, selbst amMitgefühl unserer Schwachheiten undalle der Seiten der Menschheit, wo sie Mitleid undErbarmen nöthig hat, ein Mensch wie wir war,doch ohne Sünde. Eben das war der Zweck undKnote seines irdischen Lebens, um in Gehorsam,Geduld und Mitgefühl unserer Schwachheiten geübtzu werden, und dann Richter und Vorsprecher seynzu können auf dem Throne der Gottmcnschheit.Wenn so oft dieser laute Ton vom Zweck des Le-bens Jesu verkannt, und Er auch im Geringstenso unübersehbar und unergründlich ge-macht wird, daß sich aller gesunde Anblick auf ihnverlieret; freilich so drangt sich bei andern das Ge-fühl, daß das doch nicht Alles, so angesehen, na-türliche Ansicht sey, zur größten Schiefheit ih-res Blicks zusammen. Sie wollen durchaus nichtstehen, wo jene standen, weil das unmöglich derrechte Gesichtspunkt seyn könne, und treten, wosie noch übler sehen, auf die schregeste Gegenseite.Ja, mußten sie, da es noch Zeit war, mit ihremUnheil schweigen, lebten sie vielleicht an Oer-