Briefe,
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Meynung alles Urtheilen und Fragen auf, wiedies eigentlich immer die Folge seyn muß, wennman über Geschichte zu strenge metaphysiciret.Meine lange Einleitung sollte nur so viel sagen:eine menschliche Geschichte muffe man menschlich,nach ihrem natürlichen Zusammenhänge/in ihrer eigenen Farbe, nach ihrem eigenenGeist bcurtheilen; nicht ihr den unsrigen, undmit ihm den Zusammenhang unfers Wahns, un-serer Willkühr, so wie die Säfte unfers Her-zens leihen.
Und nun wiederhole ich, mein Freund, dieFrage: haben Sie wohl, als Sic von Kind auf
die Geschichte Zesu lasen und horten, den Zweck,den ihr der Verfasser des von Ihnen gelesenenBuchs*) giebt, sogar als fortgehenden Zweckdes Lebens in ihr gehöret? Ich kann tausend mitIhnen fragen, und bin gewiß, das entschiedensteNein! zur Antwort zu erhalten. Wenn nun hin-ter tausenden Einer auftritt, und sagt: „ich hab's!„ich habe den achten, wahren Zweck des Lebens„Äefu gefunden. Ec war ein moralischer Betrüger,„der König seyn , der das Synedcium, das keine,.Gewalt hakt», von seinen Stühlen stürzen; sich
„aber und die Seinen hinaufsetzen wollte-"
wird man nicht diesen Einen scharf ansehen undfragen: „woher hast du das? woher weißt du's?
„Hast du etwa andere Nachrichten, andere Doku-mente , als wir? —" Und wenn er gerade sagen
*) lieber den Zweck Jesu und seiner Jünger.