das Studium der Theologie bctr. 426
und zu lieben. Denn ich selber habe sehr viel mei-nen Papisten zu danken, daß sie mich durch desTeufels Toben so zerschlagen, zerdranget, und zcr-ängstct, d. i. einen ziemlichen guten Theologen ge-macht haben, dahin ich sonst nicht kommen wäre.
Siche, da hast» Davids Regel- Studircst dunun wohl diesem Exempcl nach, so wirst du mitihm auch singen und rühmen: ,,Das Gesetz deines„Mundes ist mir lieber, denn viel tausend Stück„Goldes und Silbers. Du machst mich mit dci-„ncm Gebot weiser, denn meine Feinde sind, ich„bin gelehrter, denn alle meine Lehrer, ich bin„klüger denn die Alten, denn ich halte deine Befeh-le." Und wirst erfahren, wie schaal und faul dirder Vater Bücher schmecken werden; wirst auchnicht allein der Widersacher Bücher verachten, son-dern dir selbst, beide im Schreiben und Lehren, jelanger je weniger gefallen. Wenn du hieher kom-men bist, so hoffe getrost, daß du habest angefan-gen, ein rechter Thcologus zu werden, der nichtallein die jungen unvollkommenen Christen, sondernauch die zunehmenden und vollkommenen mögestlehren: denn Christus Kirche hat allerlei Christen
in sich, jung, alt, schwach, krank/ gesund, stark,frische, faule, alberne, weise u. f.
Fühlest» dich aber und lassest dich dünken, duhabest es gewiß und kitzelst dich mit deinen Lehrenoder Schreiben, als habest du es sehr köstlich ge-macht, gefallet dir auch sehr, daß man dich vorandern lobe, willt auch vielleicht gelobet sepn, sonstwürdest du trauren und Massen: bist du der Haar,