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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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424
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Herr! Unterweise mich! führe mich! zeige mir"und der Worte viel mehr: so er doch den TextMosis und ander mehr Bücher wohl konnte, auchtäglich höretc und las: noch will er den rechtenMeister der Schrift selbst dazu haben, auf daß erja nicht mit der Vernunft drein solle und sein selbstMeister werde: denn da werden Rottengcister aus,die sich lassen dünken, die Schrift sey ihnen unter-worfen und leichtlich mit ihrer Vernunft zu erlan-gen, als wäre cs Marcolphus oder Esopus Fabeln,da sie keines heil. Geistes noch Betons zu dürfen.

Zum andern solltu mcditiren d. i. nichtallein im Herzen, sondern auch äußerlich die münd-liche Rede und buchstabischc Wort im Buch immertreiben und reiben, lesen und wicderlcsen, mit fleis-figem Aufmerkcn und Nachdenken , was der h. Geistdamit meinet. Und hüte dich, daß du nicht über-drüssig werdest oder denkest: du habest es einmaloder zwei genug gelesen, gehöret, gesagt, und ver-stehest es alles zu Grund: denn da wird kein son-

derlicher Theologus nimmermehr aus, und sind wiedas unzcikige Obst,, das abfallet, ehe es halb reifwird.

Zum dritten ist da tsntatio, Anfechtung:die ist der Prüsestein: die lehret dich nicht allein

wissen und verstehen, sondern auch erfahren: wierecht, wie wahrhaftig, wie süße, wie lieblich, wiemächtig, wie tröstlich Gottes Wort sey Weis-heit über alle Weisheit. Sobald Gottes Wort auf-gchct durch dich: so wird dich der Teufel hcimsu-

chcn, dich zum rechten Doctor machen, und durcheine Anfechtungen lehren, Gottes Wort zu suchen