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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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420
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Briefe,

auf neue Weise aufputzen, mit frischen Lumpenbehängen und auf neue Manier Herr, Herr sa-gen sollte. Ec haßte Leute, die dieses thaten, undentsagte sich von ihnen ; er wird sic auch am letztenTage nicht kennen: solche Herr, Herr-Säger ver-derben die Welt. Wo aller Saft in die Blattergeht, können keine Früchte werden; wenn irgendeine arme Blüthe erscheint, so wird sie vom drük-kendcn Blätter - und Wortkram erstickt. Wohlan-gebrachte einfaltige, mäßige Worte erzeugen Thaten;gedankenlose, üppige, übermäßige Worte hassenThaten, vernichten sie von Grund auf. Gebe unsJehovah bald die Periode, da niemand dem andernins Ohr schreit oder ihn darüber schlägt und höh-net:wie er Gott erkennen soll?" sondern sie ihnalle kennen, klein und groß. Gebe er uns bald dieZeit, da die Geschichte Jesu eine lebendige Schriftin unserm Herzen und für unfern Charakter werde.

Zu diesem Zweck, mein Freund, lesen Siewenig, und dies Wenige gut und tief: denn ich

habe Ihnen sonst schon gesagt, daß uns auch dcß-wegcn die Alten an Stärke und Zuverlässigkeit derDenkart so sichtbar übertreffcn, weil sie wenig und-das Wenige oft und gut lasen. Sie suchten Goldund wandten cs auch als Gold an : wir wühlen imStaube, wo wir meistens auch nur Staub finden.Was hilft's Ihnen, mein Freund, wenn Sie inIhrer Lcctürc täglich vom Tuch Petri, Reines undUnreines, speisen? wird dadurch Ihr Geschmack,Ihr Magen, Ihre Gesundheit gut? oder nicht aus-serst überladen und verderbet? Der gesunde Menschbraucht wenig, auch im Lesen; er liest leicht zu