Briefe,
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licher Jahrhunderte sehe ich auf diesem Wege keinenSegen. Betrügerei besteht nicht, doppelte Lehrehalt nie Stich; Verkleidung, Ueberkleisterung derWahrheit, und endlich gar Schimpf und Kabalehat immer geschadet. Weder durch gnostifche undplatonische, noch durch scholastisch - aristotelische Phi-losophie hat das Christenlhum gewonnen; die fol-gende Zeit mußte immer losrcissen, was die vorigeunnütz anheftete, und ich sehe kein Ende alles Zanksund Haders, als offene Wahrheit, reineAuslegung der Schrift, g e sun de Ei n fa l t.Man lasse Christum nicht mehr sagen, als er ge-sagt hat; lasse ihn aber auch das sagen, was ersagt, oder man entsage sich seiner. Es ist Frech-heit, jemand zu einer Hypothese Des oder Jeneszwingen zu wollen; geschweige zu einer neuaus-gedachtcn , allen Gesetzen und Regeln gesunder Phi-losophie und Auslegung widersprechenden Hypothese,wenn sie uns auch die klarste dünkte. Nur gegen-seitige Toleranz, Bescheidenheit, Freiheit und Wahr-heit können mit der Zeit die Gcmüther einigen,sofern sie zu einigen sind, und es ist lächerlich,wenn die, die vor kurzem verfolgt wurden, jetztverfolgen wollen und wenigstens auf gut julianischhöhnen oder schimpfen. Das sind nicht Waffen imStreit der christlichen Wahrheit! auch taugen über-haupt Waffen nicht in einem Reich, wo Alles Ue-berzeugung, Liebe und Ruhe seyn soll.
Noch wundcrt's mich, daß man das Christcn-thum immer allein in sogenannte Aufklärungdes Systems, in Spekulation setzt; da cSLoch offenbar mehr als dieses oder vielmehr ganz