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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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das Studium der Theologie betr. 417

Ich bin weitläufig, mein Freund, aber unsereZeit crfordert's vielleicht, da sie an Nomansuchtund pretiöscr Aufstutzung der leeresten Wahngestal-tcn, zur höchsten Bewunderung der Caracallen,Julien und Severe, jener Zeit nicht nachgcbcnmöchte. Hat man Christum selbst nicht oft so auf-gcputzct und putzt ihn zum Thcil noch auf? gno-stisch, alexandrinisch, scholastisch, aristotelisch, zu-letzt sokratisch, apollonisch, thcurgisch und ich magnicht weiter sagen, wie? hat man nicht gar dasSystem aufgebracht, daß man das Christenthumfür unsere Zeit nokhwendig so aufschmückcn müsse?Denn, was Christus und die Apostel gepredigct ha-ben, sey nur Kindheit des Christenthums; wir,wir seyn in den männlichen Jahren. Man hatdazu zwo verschiedene Lehrbcgriffe (nicht Lchrarten)erdacht, deren Einer für die Schwachen, der Ande-re für die Starken sey und die sich gar nicht ähn-lich seyn dürfen. So wird der Jrrthum, die Lüge,der Betrug befestigt, und Christus und die Apostelzum Theil selbst zu Magiern, oder zu betrogenenBetrügern erniedrigt. Das sonderbarste ist das,daß man sich über die Schranken beider Clafsen,der geheimen und offenbaren Wahrheit-nicht verei-nigen kann, daß es immer Ueberläufer giebt, diediese und jene geheime Wahrheit der Eingeweihtenauch den Laycn ausschwätzcn und endlich gar dieAufklärer, die Denker so intolerant geworden sind,daß sie auch den Pöbel mit Schimpfen, (mit Feuerund Schwert, wenn sie's hätten!) zu ihrer gehei-men Philosophie, zu ihrem theurgischen Gnosticis-mus zwingen wollen. Nach aller Geschichte christ-HcrderS Werke z. Net. u. Theel. IX. D d