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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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gleichen, sind von meiner Philosophie nicht. MeinesBedünkens ist die menschliche Seele eine volleKnospe von guten und bösen Anlagen und Qua-litäten: es gicbt Familienbildungen, wie Familien-krankhciten und Charactcre. In der jungen, neu-gcbornen Knospe kann also sehr bestimmt derWurm, ja Würmer vielerlei Art nagen: sie nagenleider! in ihr auch wirklich. Was man von derallgemeinen Vollkommenheit, von derReinig keil und Würde der menschlichen Na-tur spricht, mag im Allgemeinen wahr seyn;wo existirt aber das Allgemeine in EinemMenschen? Niemand ehrt das Ideal der Mensch-heit mehr, als die Bibel, da sie es ja sogar zumNach bilde Gottes erhebt: aber eben weil siees so ehret, so suchet sie nicht die Schwachheiten,Mangel und Krankheiten unseres Geschlechts zu ver-schleiern und zu verschönen, da diese ja wahrlichnicht Bild Gotte sin uns sind; vielmehr weg-gethan, getheilt, übermannt werden müssen, wennje das hohe Bild in Zügen unserer einzelnenNatur lebend und herrschend erscheinen soll. Siestellt Adam als den Keim zum irdischen, Christumals den Vorgänger zum höhcrn Leben dar; undzeigt nun, wie Gott unter die Sünde Jenes unddie Unschuld Dieses seinen ganzen Plan verfasset,den Entwurf des menschlichen Geschlechts auch durchmanche Abfalle und Mißtöne so herrlich zusammen-geordnet hat, daß wir auf der Spur des letztengeistigen Adams, ein jeder aus seiner einzel-nen Verdorbenheit und Tvdesgcstalt eben zum Zielejenes hohen Bildes hinaufstrcben sollen. Tragthiezu auch frühe Pädagogik bei, (und allerdings soll