das Studium der Theologie betr. 397
und commentirt die Offenbarung. Sie zeigtnicht nur, daß der Mensch noch nicht im Seyn,sondern erst im Werden sey ; sondern sie zeigt auch,was er werden solle und durch welche Uebergangcer's werden werde? Was alle Volker dumpf ge-fühlt und einige zum Theil in so liebliche Fabelneingekleidet haben: das beurkundet uns die
Schrift historisch. Sie begnügt sich nicht mit lieb-lichen Fabeln und einem Nebel der Morgcnröthc;sondern giebt Unterricht, Lehre, Beispiele, That-sachen der Geschichte.
Der ganze Entwurf der Offenbarung nämlich,(wenn man der großen Regierung Gottes durch alleZeiten einen menschlichen Begriff substituicen darf,)scheint an die Idee vom Bilde Gottes d. l.vom Menschen als seinem Sohn, seinem Stellver-treter und Kinde, seinem moralischen Abdruck undNachahmer geknüpft zu seyn; welches auch die ein-zige und höchste Idee ist, durch welche sich der Menschan die Gottheit schließen kann. Zum Bilde dieserGottahnlichkeit war er erschaffen; niemand andersals der Sohn Gottes im reinsten, höchsten Ver-stände des Worts konnte in unserer Naturuns dazu Lehrer, Mittler, Vorbild werden, so daßwir nach immer mehrerer Gottahnlichkeit strebenund zu ihr zu gelangen, für dieses und jenes Le-ben eine aufmunternde unsterbliche Hoffnung haben.Hierauf beruhen die sogenannten vier Stande oderZustände des Menschen; sie sind gleichsamder Knote seiner Vcr- und Entwickelung.Hierauf beruht das System unserer sogenanntenHeilsordnung, die drei Artikel unseres Bekenntnis-