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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briefe,

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anschauendst« zu machen wüßte, wie kS einst dasAufwachen in jene Welt auf einmal und ewig er-öffnen wird! Jeder Mensch tragt Funken, bren-nende Funken dieses Bewußtseyns in sich; aber sieglimmen unter der Asche und bei vielen werden sie,so unlöschbarer Natur sie sind, täglich mit Wassergekühlet. Kein redlicher Mensch kann sein Lebenüberdenken, geschweige schreiben und cs den Seinenmit Wahrheit Nachlassen wollen, wo ihm diese Fun-ken GokteS nicht gleichsam zur Flamme würden;vielleicht oft so zur Flamme würden, daß er dieFeder hinwürfe und sich selbst nicht zu ertragen ver-möchte ; daher wir auch so wenig moralisch-treuund göttlich-wahr beschriebene eigeneLebensbeschreibungen und Tagcregisterhabe». Die Alten übertrafcn uns auch hier viel-leicht an Strenge und redlicher Wahrheit, wie theilsdie Lehren und Uebungen der Pythagoraer, theilsihre Lebensbeschreibungen und Aeufferungcn von sichnach dem Maaße ihres moralischen Urtheils bewei-sen. Ein Prediger hat nicht bloß Gelegenheit, son-dern cs ist auch seine Pflicht, mehr als andere vondiesem innern Tagebuch Gottes in menschlichenSeelen zu lesen und zu erfahren. Auf dem Kran-ken- und Sterbebette wird vieles, was sonst ver-schwiegen war, offenbar; was sonst gedampft undunterdrückt ward, wird laut und redend. Glücklich,wenn Gott ihm einen Sinn gab, in diese Schatz-kammer göttlicher Gedanken, Absichten,Zwecke und Triebe in Leitung einzelnerMenschen hincinzuschauen und sie zum Bestenanderer zu gebrauchen. Glücklich, wenn er siedem Menschen selbst zu eröffnen und lebendig zu