das Studium der Theologie betr. 287
lohnen. Alte Geschwüre brechen auf, wenn man'Sam wenigsten glaubt, und unser Herz ahnet's,welche noch aufbrechen müssen und werden. Sobinden sich Zeit- und Lebensalter: so bindensich Stände und Menschen. Jeder Mangellohnet mit Mangel, Laster mit Strafen, Dersäum-niß mit Bedürfnis; : der Frühling bestimmt denHerbst, der Sommer den Winter, die obern dieuntern, die untern die obern Stände der menschli-chen Gesellschaft. Gerechter Richter, wie suchst duheim! und ist's nicht unsere Blindheit allein, wennwir in moralischen Dingen nicht eben die Gesetzeder Bewegung, des Drucks, des Falles,als in der ganzen physischen Schöpfung wahrnch-men? Hier haben Sie wahrlich ein novum or-Aanurn theologischer Wissenschaft und Uebung, wennSie das Herz haben, darauf ihr Auge zu richten.
Insonderheit, mein Freund, schärfen Sie jeder-mann ein, daß er die Macht in seiner Hand habe,die Vorsehung §u zwingen, wie sie mit ihm umge-hen soll, ob mit einem Knecht oder Kinde? hartoder linde? nachdem Er sich nämlich gegen sieselbst bezeiget. Nach Christi Lehre weiß er den Weg,mit einem Becher kalten Wassers den Lohn einesPropheten zu erlangen; aber auch den Weg, mitden lautesten, schreiendsten Verdiensten seinen Lohndahin zu haben. Gott ist uns, wie wir wollen,daß er uns sey; Richter oder Vater, Tyrann oderFreund und Bruder.
O wer hier das Buch der Menfchenalter undMenfchenfcelen recht aufzuschlagen, es jedem auf'S
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