das Studium der Theologie betr. A85
ten, und insonderheit bei Kindern die Unschuld desinncrn Sinnes, wie eine zarte Frühlingsknospe,die im rauhen Clima dieser Erde sobald verlorengeht, mit göttlicher, mütterlicher Treue zu bewah-ren. In dieser und jener Welt werden Ihnen Lie-besthränen der erhaltenen, geretteten, bewahrten,zurückgerukenen innern Glückseligkeit und Herzens-unschuld danken-Ich komme zum zweiten
Punkt, der bei der Lehre von der Vorsehung in-sonderheit Aufmerksamkeit verdienet: ec betrifft näm-lich die sonderbare geheime Wiedervcr-geltung, die ich in Gutem und Bösem, fürden kn eehrlichen Und kindlichen Sinn, soallgemein und bei manchem einzelnen Men-schen sehr auszeichncnd bemerkt habe: wenigstenshabe ich sie an mir bemerkt, und an allen denen,die ich naher kannte. Mich wundert, daß diese Lehrevon Christen so wenig getrieben wird, da sie dochauch schon Heiden so bündig eingeschen, und Chri-stus sic als das herrschende Gesetz Gottesin dieser und jener Welt wiederholt einschär-fet. Im Orient gilt sie in den meisten Religionennoch davor; unsere Vater haben auch auf sie einschärferes Auge gehabt, als wir, denen der Geisteigener Klugheit und Wirksamkeit in Dingen desallgemeinen Welt- und Lebenslaufs die Augen nurzu oft verblendet.
Christus entdeckt uns nämlich die moralischeNegierung Gottes in der Welt als eine große, un-sichtbare Waage der T h a t und der Folgen:du kannst nichts, weder Gutes noch Böses in dieEine Schale legen, ohne daß sich die andre, mitHerders Werke r. Nel. u. Thcol. IX, B b