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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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381
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das Studium der Theologie betr. ZLr

So soll denn das mein Wunsch und Borsatz seyn:Zu hauen meine Hand vom Unrecht rein,

Und meinen Gott zu tieben und zu scheunVergnügt im Stillen.

Er höret ja des Wildes nächtlich BrüllenIn den Einöden an,, die sie verhüllen,

Und öffnet seine Hand, um sie zu füllenMit Lebenslust.

Ich weiß gewiß, daß Gott der Höchste lebt u. f.

Mit diesem und keinem künstlichem Gesänge, meinFreund, fange ich an von der Providenz zu re-den. Der Verfasser, ein sehr eigenthümlicher Dich-ter *), merkt von sich selbst an , daß in Stunden,da er dergleichen Zusprüche des Herzens besondersnöthig hakte, ihm das kindliche davidische Lied bes-ser gethan habe, als die erhabene horazisch - stoischeOde. Mich dünkt, es wird mehrcrn so gehen, undgerade diesen Weg nimmt die Bibel. Ohne Pro-videnz ist uns die Lehre von Gott unnütz: der Gottder Epikurer, der außerhalb der Welt wohnet, istuns ein entbehrliches Wesen. Sie zeigt also inlauter menschlichen, auch in den unbedeutendstenGeschichten, daß Gott noch jetzt als Vater für Al-les sorge, daß dem, der auch das Kleinste schuf,nichts zu klein sey. Dies zeigt sic in Lehren, Bei-spielen, Gesängen und Liedern. Die grös-seste Wahrheit, die den Sterblichen zu wissen nö-thig ist, knüpft Christus an jedes Haar unseresHaupts, an den Fall eines Sperlings. Die er-freulichste Wahrheit, deren Uebcrzcugung uns so

') I. H. Lest (Bremische Gedichte.Hamburg 1751.)