das Studium der Theologie betr. 363
Oder legt man sich mit Helm und Panzer zu Bet-te? oder will man mit einer alten Lanze Kornschneiden? Nicht anders ist's mit der ausgestorbc-nen Ketzer - und Streitkechnologie auf Altar undKanzel. Rede hier, wie deine Zeit redet: erklä-re , wie sie, die umherstehen, dich verstehen unddir etwa, wenn sic an deiner Stelle standen, denloouin erklären würden. Das alte Rüstzeug laßim Zeughausc der Dogmatik, auf Concilium undSynoden; aber wissen mußt du's, wo es steht?wohin es gehört? wozu es gebraucht ward? ob'setwa noch, oder Gottlob! nicht mehr gebrauchtwerden dürfe? u. f.
Sehr hoch, mein Freund, schätze ich einenBortrag, er sey eine Predigt, oder eine Katechese,,wo dies Maas dogmatischer Genauigkeitauch in Worten recht angewandt ist, ohne wederdem Verstände der Zeit, noch dem Begriff der Leh-re etwas zu vergeben: cs ist nicht so leicht zu tref-fen, als man denket. Kindern z. E. den zweitenund dritten Artikel, oder die Lehre von den Sacra-menten zu erklären, ohne den unnützen Schulwustvoriger Jahrhunderte zu wiederholen; zugleich aberauch so, daß das Kind sich gegen die ihm vorkom-menden Jrrthümcr daraus wapnen könne, kurz,wie sie ein Evangelist, ein Apostel, wenn er jetztlebte, ihm beigebracht hätte — dies halte ich fürein Stück sokcacischer Theologie und Lehrweisheit.Mit flacher Philosophie über diese Lehren ist's nichtausgerichtct; mit bloßem Weglaffen dessen, wasuns nicht gefällt, was sich etwa nicht mit vollemMunde hcrsagen läßt, ist's noch weniger gclhan.