3t4
Briefe,
nungen zu wissen brauchen; sodann lesen Sie et-wa die besten Schriften ihrer Gegner, z. E. Werk-le i's Alciphron, (ein feines und schönes Buch,uur schlecht übersetzt im Deutschen) Skelton'sGespräche, Bentlei, Fester, Littleton,West, allmählig. Ich sage, allmählig: denn sowie das zu viele Lesen überhaupt schadet: so setztinsonderheit das Lesen mancher schiefen Rechtferti-gung eher selbst Zweifel in den Kopf, als daß essolche wegräumte. Sichern und verwahren Siesich zuerst Ihre Religion durch eigene Uebcrzeugung;alsdann lassen Sie die Feinde an sich kommen,ohne daß Sie solche aus Uebermuth suchen woll-ten. —
UebrigenS wünschte ich, mein Freund, daß ichIhnen durch meine lange Deduction wenigstens je-ne edle Bescheidenheit gegen manche zum Theil ver-dienstvolle Namen, die nicht mit gleicher Schuld indiesem Register stehen, einflößen und Sie insonder-heit vor der religiösen Keckheit, vor jenem hochmü-thigen Trotz bewahren könnte, der gewiß niemandweniger als einen Theologen und Verlheidiger deSChristcnthums kleidet. Was soll's z. E. heißen,daß wir den Namen Deist zum Schimpf - undEkelnamen gemacht haben? Sind wir denn keineDeisten? Also Atheisten? Tritheisten? Polytheisten?wie waren wir zufrieden, wenn man uns einensolchen Namen gäbe? War Christus nicht selbst,im reinsten Verstände des Worts, ein Deist? undwar's nicht sein Zweck, die Seinen zu reinen, voll-kommenen Deisten, d. i. zu Dienern und KindernGottes, vollkommen, wie der Vater im Himmel