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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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das Studium der Theologie bctr. 347

scheu, mag's seyn; iu Ansehung der übrigen wärees ein zu weiter Spaziergang.

Mich dünkt, cs müßte ein Thor seyn, derdem Lord Shaftesburi einen feinen, schönenund gewiß philosophischen Geist abspräche. AlleAufsätze seiner Lbmraatsristilr's tragen davon Spu-ren; seine Sittenlehren sind davon voll.Eins der wenigen Stücke der Neuern, die man,sowohl der Eomposition als dem Inhalt nach, denAlten zur Seite setzen könnte. Fast möchte ich sa-gen, daß man in ihm alle Blüthen der LeibnitzischenPhilosophie ( ohne die Spielhypokhesen desselben )dazu im jüngsten schönsten Flor blühen sehe, jadaß ein neuer Plato in ihm rede. Zwei seiner be-sten Schriften*) scheute Spalding sich nicht zuübersetzen, und mich dünkt, der schöne Ton, derin Mendelssohns Briefen über die Em-pfindungen herrscht, ist ein jugendlicher glückli-cher Nachhall des englischen Philosophen. Vor ei-nigen seiner Paradoxen: z. E. Laune und Witzsey der beste Prüfstein der Wahrheit u. f. hütenSie sich; er hatte sie selbst halb in der Laune desScherzes gesagt und nachher genug beschrankt undzurückgenommen. Ich weiß also kaum, warum

*) Die Sitte »lehrer und Untersuchungenüber die Lugend, Berlin 17H.5. Nachhersind sammtliche Schriften dieses Verfassers über-setzt erschienen: Shaftesburi philoso-

phische Werke, übersetzt von Boß, Leip-zig 1776.