das Studium der Theologie betr. 3gä
Allein umsonst, umsonst hat er sein Herz verschworen!Du Schönheit hast dein Recht noch nicht auf ihn verloren,Er sucht und lobet dich auch wider Willen noch.Kaum sieht er deine Ghut auf jugendlichen Wangen,Wie klopfend bleibt sein Herz an ihrem Purpur hangen!Er wird ein Sclav' um dich und tragt ein ehern Joch.Je mehr sein Innerstes der Schönheit Glanz verdrungen,Je mehr geht er der äußern nach:
Er tauschet sie, durch ihren Werth bezwungen,
Mit Jahren voll von Ungemach.
Won Thoren nie gesehn, die Nacht und Traumbedecken,
Wirfst du, sie gleichwohl noch zur Einsicht zu erwecken,Dein Leben und dein Licht auf alle Wesen hin.
Sie zwingt Natur und Kunst sich liebend zu verweilen,Und wo nur Ordnung herrscht, auch in den kleinstenTheilen,
Da wirst du, Schönheit, selbst dem Triebe Lehrerin.So labest du den Geist an tausendfachen Bildern,(Denn Schönheit nährt die Geister ja!)
Und hört er auf, sich ferner zu verwildern,
Wie schnell sind Kraft und Leben da!
Ja Phädon, wisse du, ein Geist, den Tugend kleidet.Ist Gottes schönstes Werk, und wird mit Recht beneidet,Denn Lugend ist ein Schatz, der Kronen überwiegt.O ew'ge Schönheit, geuß, geuß deine starke FlutenIn meines Freundes Brust, sie sind ein Strom des Guten,Bor dessen Quelle sich mein Geist anbetend schmiegr.Wie Licht und Wärme dort aus jener Flammensphäre,Quillt ächte Weisheit nur aus dir!
Und kehrt zurück, wie Ströme zu dem Meere,
Zurück in dich und ich mit ihr.