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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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344
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Briefe,

Ganz herrlich, ewig jung, nie fähig zum Veralten,In täglich sterbenden, stets werdenden Gestalten,

Bist du das, was du warst, stets voll und immer neu.Hier treten Wesen aus; dort gehen Wesen unter;

Du tilgst und zeugest stets, stets wirkend, ewig munterSorgst du, daß jeder Tod ein Brunn des Lebens sey.Dort schwand die leichte Pracht der abgelebten Floren;Doch Floren folgt Pomona nach:

Und jene wird von dieser neu geboren,

Das Grabmaht wird ein Brautgemach.

Wie tritt sie dort einher in jener Hellen Ferne!Die Schönheit, Gottes Kind, und um sie her sindSterne,

Und Sonnen streuet sie, wie leichte Funken hin.

Mein Geist verlieret sich in tausend Symphonien,

In denen Welten dort, wie Gottes Heere, ziehen:

O daß ich nicht vor Lust so oft zerschmolzen bin!

Doch nein! in meinem Thal stimm' ich mit heil'gerLeier

In jenen Klang nachahmend ein,

Ja schlummernd selbst soll meines Herzens FeuerIhr Opfer und ihr Abbild seyn!

Doch Unerforschliche! darf dich dein Liebling fragen ?Woher ergießt sich doch der Ocean von Plagen,

Der nur des Menschen Herz mit Jammer überschwemmt!Nein, ewge Schöne, du, du kannst nichts Böses zeugen,Dir ist die Güte so, wie uns das Uebel, eigen,

Ich weiß es, daß dein Haß nicht unsern Glückßstandhemmt.

Des Körpers innrer Bau, der Glieder äußre Hülle,Der Geist, wie schön sind sie gemacht!

Nur unser Herz, der widerspenst'ge Wille,

Verlaßt dein Licht und sucht die Nacht.