das Studium der Theologie betr. 341
Vergessen Sie jetzt meinen Brief und Ifolgen ihmin seine schöne Einöde. Voll von Ihrem Sokra-tes , von dem auch Er voll ist, hören Sie zu:
Sokrates
oder
von der Schönheit.
AtS jüngst der laue Mai mich in die Büschebrachte,
Und ich, voll von mir selbst, mein eigen Herz durch-dachte ,
Befiel mich Wachenden der Trame heilge Ruh.
Ich sah den Sokrates, als sah' ich das VergnügenIn leiblicher Gestalt auf Phadons Schulter liegen,Ihm warf ein Ahornbaum gekühlte Schatten zu.
Ein Bach floß vor ihm hin, der mit gebrochnen GüssenSich schlurfend durch den Wald verlor,
Und stellte mir den murmelnden Jlyssen,
Des Achelous Quelle vor.
Er sang entzücket froh mit wunderbaren Tönen,Und Phadon hörte zu, vom a l l g e m e i »e n S ch ö n c n.Sein Ausdruck stieg so hoch, so tief die Lehre war.Hier in der Dämmerung noch unentweihter BuchenWill ich sein göttlich Lied zu wiederholen suchen,
O steilere dirs, Freund, mein schwacher Nachhall dar!Wem würdiger als dir, vor dessen frischen BlickenDer Schöpfung Anmuth sichtbar liegt:
Um jene schwebt ein liebliches Entzücken,
Wenn hier stch Geist und Herz vergnügt.