Brief«,
wenn er irgend ein Gottesgefühl hat. So sind auchbei einigen Neuern, selbst in sehr verschrienen Na-turalisten und Deisten Gefühle der Gottheit, Ent-wickelungen einer ewigen Wahrheit, Harmonie undTugend, die man in manchen sogenannt frommenBüchern vergebens suchen dürfte. S h a fte s b u r i's^oiaUsts z. B. insonderheit seinen Lobgesang aufGott, habe ich Ihnen, dünkt mich, schon genannt,in Nousscau's Glaubensbekenntnis) und andernzum Theil übclberüchtigteN Schriften giebt'S der-gleichen für die Philosophie und Nalurthcologie herr-liche Stellen. Behalten Sie also immer Ihre Hei-den lieb, wie Sie sic lieb gehabt haben und lernenSic aus ihnen, was zu lernen ist; weder Schrift,noch Gnade, noch Offenbarung verbeut's Ihnen.Kein Heiliger wird Ihnen, wie dem Hieronymus,im Schlaf erscheinen und Sie dafür, daß Sie denCicero gelesen, geisseln; oder es wäre kein rechterHeiliger. Die Kirchenvater haben vieles aus denHeiden genommen, und mancher hat gewünscht, daßsie noch mehr aus ihnen genommen, und einige,jetzt verloren gegangene, Stücke mehr damit aufbe-wahrt hätten ; wir wollen uns dafür an denen nochgeretteten erholen. Auch der schöne platonische En-thusiasmus, den Sie in Ihrem Briefe über einzelneStücke dieser Art äußern, gefällt mir sehr wohl,und ich weiß ihn mit nichts Bessern) zu belohnen,als mit einer ähnlichen Begeisterung des Dichters*),von dem ich Ihnen vor einiger Zeit die Ode aufdie Himmelfahrt deS Erlösers zusandte.
°) Witthof.