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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briefe,

nicht werden, wenn sie ein sich nicht gut war. Esmußte ein kostbarer, wirksamer Trank seyn, derso starkes Gift ward : cs mußte ein scharfesWerkzeug seyn, das die menschliche Vernunftund Erfindungskraft bis zu dem Grade des Miß-brauchs scharfen konnte. In ihren Lehren und Auf-schlüssen gut und groß und weife, ist fie die ein-fachste und tiefste Auslegung der Natur; inihrer Geschichte der umfassendste Plan für's Ganzeder Menschheit, und gewiß ( denn Geschichtekann nur durch Geschichte entwickelt werden,) dieEntwickler! n unsers ganzen Labyrinthsauf Erden -

Sie sehen, mein Freund, wie sehr in diesemGesichtspunkt der Zwist zwischen Natur und Offen-barung schwinde! Eine wird die friedliche E r k l a-rerin der andern, die Natur der Schrift, dieSchrift der Naturoffenbarung. Diese ist Text,vielleicht an sich unverständlicher Text; jene ist Glosse»der vielmehr des Textes Auszug. Die Natur istein Patent Gottes für alle Volker: das Buch sei-ner Testamente eine väterliche Erklärung, eine ge-heime Auslegung und Lehre für seine Hausgenossenund Kinder. Jene ist eine Offenbarung Gottes für'SAuge, unendlich, klar, vielfach, bleibend; diese isteine vertraute Stimme Gottes für unser Ohr,verständlich, sanft, liebreich, an's Herz dringend.Der Blinde läugnet jene; der Taube diese: undbeide stimmen doch zusammen, wie A u g' undOhr, wie Gegenwart und Zeit folge. Ucbri-gcns will ich keine Freundschaft zwischen Vernunftund Offenbarung machen, die die Schrift nicht macht;