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Briefe,
Die Farbe und das Licht.
Eine Fabel.
Bin ich? wie oder bin ich nicht?
So sprach die Farbe zu dem Licht.
Ich bin und bin nicht, wechselsweise;Oft, wenn ich meine Schönheit preise,Erfahr' ich meine Nichtigkeit,
Bis du mich wieder neu bestrahlest,
Mir Leben giebst und mich bcmahlest.
Du glänzend Licht, ich bitte dich,
Wer bist du? und wie nennt man mich?
Du heißest Farbe, sprach das Licht,Und bist mein Kind, du irrest nicht.
Du scheinst in deiner Mutter Schöne,Wenn ich dir meine Strahlen lehne.
So lange du nach mir verlangst,
Will ich dich immer neu bestrahlenUnd dich mit schönem Schimmer mahlen;Doch hüte vor dem Srolze dich,
Ein Nichts bist du, Nichts ohne mich.
„Wer aber bist du? glänzend Licht?"Das, sprach die Mutter, frage nicht;Denn was du von mir kannst erfahren,Soll dir mein Strahl schon offenbaren;Und ihn auch fassest du nicht ganz —
Ja wenn ich tausend andre WesenZu neuem Abglanz mir erlesen,
So sehn sie zwar mein Angesicht,
Sind Farben; aber ich bin Licht.