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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briefe,

wußten diese Völker, von dem wir glauben, siehatten und wußlen's nicht, weil sie es nicht aufunsere Art sagten. Und woher hatten sie's? alswoher wir's haben, durch Tradition einer ursprüng-lichen , das menschliche Geschlecht fortleitendcn Kin-dcroffenbarung. Wer an die Stelle dieser, einerfortgehenden lebendigen Cultur, nur immer undüberall das Wort Vernunft setzen und von ihrals einem Automat reden will, das durch sich selbstda ist und wirket; mich dünkt, der spricht demtäglichen Anblick einer Menschenerziehung ziemlichentgegen. Die gebildete Vernunft fällt nicht vomHimmel, wie wir's jetzt noch an so vielen lehrdürf-tigen Nationen, an so vielen lehrdürftigen, dabeinicht dummen Menschen und endlich ja in der Er-ziehung jedes Kindes sehen. Alles ist erst positiv,che es abstract wird, Gesetz, Lehre, Wahr-heit, Uebung. So werden Kinder erzogen, soist die Welt erzogen worden: cs ist kein andererGang unserer Seclenkräfie möglich. Noch jetzt kröcheder Mensch, wie jener Zergliederer es beweisen woll-te, auf Vieren , wenn ihn nicht väterliche Erziehungaufgerichtct, positive Lehre und Religion fortgebildethätte. Zcrreifset diese Kette, hebt ihn aus der ihnumschließenden Welt von Sprache, Lehre, Ge-bräuche, Unterweisung, Uebung heraus;er ist kein Mensch mehr: seine Vernunft entwickeltsich nicht, er ist ein Bürger des Thierreichs, wohinihr ihn verpflanzet. Hunderte und tausende vonJahren bleiben gescheute, vernünftige Nationen ineinem engen Kreise der Cultur stehen, wenn sienicht durch äußere, gleichsam treibende Beihülfe fort-gebildet, socterzogen werden. Kurz, Vernunft und